Immer wieder kursieren Begriffe wie Internetsicherheit, Datenschutz oder Privatsphäre in den Medien. Deshalb lohnt es sich, einen tiefgründigeren Blick hinter diese Wörter zu werfen.
Dabei wollen wir auf eine Frage genauer eingehen:

Was bedeutet Internetsicherheit?

Die Internetsicherheit beschreibt alle Maßnahmen für eine vertrauenswürdige und geschützte Nutzung des Internets.

Um den Besuch im Internet in Zukunft sicherer zu gestalten, haben wir uns genauer damit auseinandergesetzt, welche Prinzipien es zu beachten gibt.

Die 10 wichtigsten Regeln für Internetsicherheit

Im folgenden Abschnitt geben wir 10 Ratschläge für eine höhere Sicherheit bei der Nutzung des Internets.

1. Besuch von sicheren Seiten

Auf der Suche nach Informationen im Netz werden die unterschiedlichsten Seiten vorgeschlagen. Dabei kann die Verbindung zu diesen Seiten manchmal auch nicht so sicher sein, wie sie zunächst scheint. Deshalb empfiehlt es sich nur auf Seiten mit https-Verbindung zu surfen. Das s steht im Englischen für „secure“ und heißt übersetzt „sicher“. Diese Webseiten sind zusätzlich mit einem Schloss in der Statusleiste gekennzeichnet. Vor allem beim Online-Kauf ist eine sichere Verbindung Pflicht. Hier findet ein Austausch sensibler Daten statt, wie zum Beispiel Zahlungsinformationen. Dabei kann es sich sowohl um die Kreditkarte als auch um die Bankverbindung handeln. Hier ist ein intensiver Schutz vor Fremdeingriffen notwendig.

2. Downloads nur von vertrauenswürdigen Internetseiten

Eine weitere Möglichkeit die Internetsicherheit zu erhöhen, besteht darin, Inhalte nur von vertrauenswürdigen Seiten herunterzuladen. Manchmal sind unseriöse Seiten auf den ersten Blick zu erkennen, doch manche Internetseiten tarnen ihre Absichten auch sehr gut. Um diesem Vorgehen entgegenzuwirken, haben wir einen Tipp. Wenn die besuchte Seite Ihnen nicht bekannt ist, dann sollten Sie auch keine Inhalte davon herunterladen. Es könnte sich um Malware handeln, die Informationen auf dem Endgerät ausspäht.

3. Antivirenschutz regelmäßig aktualisieren

Der Großteil nutzt bereits eine Software zum Schutz gegen Viren. Jedoch ist die Aktualität der Programme das größte Problem. Denn in der Regel schützt die Software nur in vollem Umfang, wenn die aktuellste Version vorliegt.

Internetsicherheit – Virenschutz

Nichtsdestotrotz vernachlässigen viele Internetnutzer die kontinuierliche Aktualisierung der Antiviren-Software. Die Updates schließen oftmals Sicherheitslücken, die in der vorherigen Version noch nicht geschlossen sind, weil sie nicht bekannt waren. Dabei kann es sich um Malware handeln.

So können Informationen auf dem Endgerät ausgespäht und von Dritten wiederverwendet werden. Im schlimmsten Fall entsteht dadurch ein höherer finanzieller Schaden. Umso wichtiger ist es, dass der Virenschutz immer auf dem aktuellsten Stand ist.

4. Vertrauliche Informationen nur in vertrauenswürdigen Netzen austauschen

Beim Austausch von vertraulichen Informationen, wie beispielsweise Zahlungsinformationen, muss ein vertrauenswürdiges Netzwerk vorliegen. Um dies zu gewährleisten, muss die vollständige Kontrolle über das Netzwerk gewährleistet sein. Andernfalls könnten Dritte an Daten gelangen, die nicht für sie bestimmt sind. Deshalb gilt es öffentliche Netzwerke für den Austausch von vertraulichen Informationen zu meiden. Solche Netzwerke findet man beispielsweise bei Starbucks.
Vor allem wenn es um Informationen zu Zahlungen geht oder um einen Identitätsnachweis, dann empfiehlt es sich ein privates und geschütztes Netzwerk zu nutzen. So erhöht man die Internetsicherheit merklich und entgeht damit möglichen Angriffen.

5. Logins mit starken Passwörtern

Auf einigen Webseiten legt man ein Kundenkonto an und hinterlegt dort Informationen zur Bezahlung. Das Risiko auf eine unbefugte Nutzung dieser Daten ist enorm. Deshalb schützt man diese Bereiche mit einem Passwort. Doch auch diese Kennwörter können Cyberkriminelle knacken. Vor allem wenn die Stärke des Passwortes nicht so hoch ist. Um für eine höhere Internetsicherheit zu sorgen, bietet es sich an verschiedene Kennwörter auf den unterschiedlichen Webseiten zu verwenden. Natürlich besteht dadurch die Chance eine Kennung zu vergessen, jedoch kann man ein neues Passwort beim Betreiber anfordern. Außerdem gibt es spezielle Software, die die Verwaltung von Kennwörtern vereinfacht. Allerdings steigt so die Gefahr, dass Hacker mit nur einem richtigen Passwort Zugang zu den verschiedenen Webseiten erhalten.

Zur Gestaltung eines sicheren Kennwortes gilt es folgende Faktoren zu berücksichtigen:

  • Buchstaben
  • Zahlen
  • Sonderzeichen
  • 15 Zeichen lang
6. Identifikation per Fingerabdruck

Wenn Sie über ein mobiles Endgerät einen Zugang zu einem Konto anlegen, verwenden Sie einen Fingerabdruck als Schutzmaßnahme. Das hat den Vorteil, dass Cyberkriminellen der Zugang zu vertrauenswürdigen Informationen erschwert wird. Der Fingerabdruck ist einmalig und der Angreifer müsste den Finger besitzen, um einen Zugang zu erlangen.

Diese Funktion erhöht die Internetsicherheit deutlich, weshalb immer mehr Seiten darauf zurückgreifen. Wenn diese Möglichkeit angeboten wird, dann empfiehlt es sich diese Einstellung zu nutzen.

7. Strenge Datenschutzeinstellungen

Wenn es um den Schutz Ihrer Daten geht, dann handeln Sie nach folgendem Prinzip: Weniger ist mehr!
Genauer gesagt heißt das, je weniger Daten Sie zur Verfügung stellen, desto mehr schützen Sie Ihre Daten. Deshalb sollten Sie generell sparsam mit Informationen im Netz umgehen. Doch manchmal ist eine Eingabe von persönlichen Daten erforderlich. Dennoch können Sie die Sichtbarkeit und die Verwendungsmöglichkeiten deutlich einschränken.
Für welche Zwecke werden Ihre Daten genutzt? Das größte Interesse an Ihren Daten haben neben Cyberkriminellen eben Marketer, die Werbemaßnahmen auf Basis ihrer Informationen ergreifen. Die Einstellungen zum Datenschutz können auf den meisten Webseiten verändert werden, so auch bei Facebook. Unser Tipp ist, dass Sie Einstellungen so streng wie möglich vornehmen, sodass nur wenige Informationen dargestellt und verwendet werden dürfen.

8. Privatsphäre > Öffentliche Verwendung

Eine weitere Möglichkeit die Internetsicherheit zu erhöhen ist, dass die Inhalte nur privat verwendet werden. Das heißt, der Content wird nicht öffentlich verwendet und ist für niemanden sichtbar. Das hat in vielerlei Hinsicht Vorteile. Beispielsweise erhöht man so den Schutz, vor dem Arbeitgeber in ein schlechtes Licht zu rücken. Man kann die Privatsphäre-Einstellungen im Internet mit dem echten Leben vergleichen. Denn in der Realität geben die Wenigsten ihre Informationen einem flüchtigen Bekannten, den man vor 5 Minuten kennengelernt hat. Warum sollte man dann so im Netz handeln?

9. Surfgewohnheiten anpassen

Grundsätzlich ist Neugierde eine positive Eigenschaft, jedoch kann Sie im Netz teuer zu stehen kommen. Denn Cyberkriminelle nutzen diesen Drang gerne aus und fügen so Schäden zu. Gerade wer auf unbekannten Webseiten surft, läuft Gefahr sich Schadsoftware einzuhandeln. Deshalb ist es wichtig, dass unter Berücksichtigung der Sicherheit gesurft wird. Unser Tipp lautet: Vernunft bei unbekannten Webseiten bewahren, denn es könnte sich Malware verstecken.

10. Öffentliche Inhalte überdenken

Das Netz vergisst NIE! Auch wenn der eigentliche Inhalt gelöscht wurde, kann man nicht sicherstellen, ob eine Kopie davon besteht. Dabei reicht es schon, wenn ein anderer Nutzer einen Screenshot anfertigt. Deshalb sollte man vor dem Veröffentlichen den Inhalt des Beitrages prüfen, bevor man sich selbst Schaden zufügt. Vorsicht ist besser als Nachsicht!

Wer sorgt für die Internetsicherheit?

Zunächst sollte es das eigene Anliegen sein, für Sicherheit im Internet zu sorgen. Doch auch Institutionen sorgen für die Sicherheit. In Deutschland gibt es beispielsweise das Institut für Internet-Sicherheit. Die Frühwarnung, das Trusted-Computing, die E-Mail-Verlässlichkeit, aber auch andere IT-Themen, wie der elektronische Personalausweis oder das Identity Management, zählen zu deren Aufgabengebiet.

Außerdem gibt es auch Informationsstellen für Internetsicherheit wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Hier werden Risiken beleuchtet, aber auch Handlungsempfehlung für eine sichere Nutzung des Internet gegeben.

Safer Internet Day für mehr Internetsicherheit

Jedes Jahr findet am zweiten Tag der zweiten Woche im zweiten Monat der Safer Internet Day statt. An diesem Tag stehen aktuelle Themen im Hinblick auf die Internetsicherheit im Fokus. Um für ein besseres Bewusstsein in Bezug auf die Sicherheit zu sorgen, wurde dieser Tag eingeführt. In Zukunft soll es weniger Cyberattacken geben und der Schutz im Internet gestärkt sein. Dafür sind die oben genannten Ratschläge ein erster Schritt in die richtige Richtung.